Tobias Dohmann

Suchmaschinenoptimierung aus Bielefeld

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Google Places Optimierung

| 7 Kommentare

Immer wieder kommt die Frage auf, wie man speziell für eine Stadt bzw. für Google Places optimiert. Denn das Einbinden dieser Ergebnisse in die SERP lässt einen “organischen” Platz 1 schnell auf Platz 7,8,9 oder 10 rutschen. Aus diesem Grund verzeichnen viele trotz Platz1 in den organischen Ergebnissen durch Google Places (und der Universal Search) Besucherrückgänge. Das kann bei kommerziellen Seiten auch schon mal stark an die Substanz gehen.

 

 

Heute möchte ich alles zusammenfassen, was wichtig ist, um bei Google Places oder in den “hybriden” Ergebnissen zu ranken.

Google Places

Wer dort gefunden werden möchte, muss zu Beginn natürlich dort auch einen Eintrag erstellen. Wer keinen hat, wird zwar manchmal auch gefunden und in den Places gelistet, wer aber mit Marktbegleitern zu kämpfen hat, wird nicht drum herum kommen, einen optimierten Eintrag zu erstellen.

Nachdem Ihr Euch angemeldet habt, wählt Ihr euer Land aus und gebt die Telefonnummer der Firma ein. Diese Nummer muss existieren und sollte identisch mit denen sein, die Ihr bisher in Branchenbüchern verwendet habt. Später dazu mehr.

Basisinformationen

An dieser Stelle werden grundlegende Informationen der einzutragenden Firma abgefragt. Auch hier gilt: Alle Informationen wie Anschrift und Firmenname, Postleitzahl und Stadt, sollten identisch mit den bereits veröffentlichten sein. Solltet Ihr ganz am Anfang stehen, achtet darauf, dass spätere Eintragungen in anderen Branchenbücher identisch sind. Es kann hilfreich sein, vor der eigentlichen Firmenbezeichnung schon die Branche, z.B. Malerbetrieb,  zu nennen (siehe OnSite Optimierung), für die Ihr später ranken wollt. Gleiches gilt für die Beschreibung. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass dieser Text auch für einen “normalen” Menschen völlig verständlich und flüssig lesbar ist.

Kategoriewahl

Entscheidend für das spätere Ranking ist das Zuweisen der richtigen Kategorie, denn nur dann kann Google euch auch genau zuordnen. Für die weiteren Punkte wählt Synonyme oder themenähnliche Branchen, z.B. Maler, Malermeister o.ä.

Standort, Öffnungszeiten und Zahlungsoptionen

Hier gilt es natürlich so gut und ausführlich wie möglich das Unternehmen zu beschreiben. Je mehr Informationen Google bekommt, desto besser das spätere Ranking (Die Skala von 0-100% sind ein guter Richtwert.

Sonstiges

Wenn schon vorhanden kann man nun Fotos und Videos zur Firma hochladen. Mein Tipp: Nutzt diese Möglichkeit und stellt 10 Fotos und ein Video ein. Tut dies aber nicht, wenn die Fotos und/oder Videos eher ein schlechtes Licht auf die Firma werfen könnte. Die Rechte, die Bilder dort hochzuladen, solltet Ihr selbstverständlich auch haben. Solltet Ihr bereits einen YouTube Account haben, könnt Ihr hier eure Videos sehr simple hinzufügen.

Bestätigung

Google möchte natürlich wissen, ob der Eintrag bei Places auch authentisch ist. Aus diesem Grund müsst Ihr im nächsten Schritt den Eintrag entweder telefonisch, per Sms oder per Postkarte bestätigen. Je nach Auswahl erhaltet ihr einen Anruf oder eine SMS mit dem Freischalt-Code oder nach 2-4 Wochen eine Postkarte. Die Gemütlichen unter Euch wählen die Postkarte ;) EDIT: Google scheint zufällig zu entscheiden, welche Bestätigung verlangt wird.

 

Qualität

Alle Daten, die eingetragen werden, müssen den Qualitätsrichtlinien von Google Places entsprechen. Hier heißt es also genau durchlesen und mögliche Fallen umgehen, um die Wahrscheinlichkeit eines Ausschlusses zu minimieren. Wer sich bei Google Places nicht (mehr) findet, wird hier vielleicht auch fündig, wenn es darum geht, die Ursache zu beseitigen.

 

 

Jetzt kommt das “Wesentliche”

Bis hierher kann jeder einen Eintrag erstellen. Um sich mit diesem Eintrag nun auch gegen Marktbegleiter durchzusetzen, bedarf es einer Optimierung bzw. dem Wissen um Faktoren, die dazu führen, dass der erstellte Eintrag auch gut platziert ist. Im Idealfall ganz oben. Hierzu jetzt mehr:

 

Konsistenz

Einer der entscheidenen Faktoren für die lokale Optimierung ist die Konsistenz der Daten im Internet. Alle eure Adressdaten, die ihr im Web z.B. in Branchenbüchern hinterlasst (sogenannte Citations), müssen nicht nur identisch sein, sondern sollte auch genau so struktiert sein. Schreibt also eure Adresse immer mit oder ohne Zusatz, benutzt immer die gleiche Telefonnummer und trennt diese wenn möglich immer gleich, also  immer mit Bindestrich oder nur mit Leertaste. Je öfter Google eure Daten entdeckt und diese mit denen im Places Eintrag übereinstimmt, desto “sicherer” ist sich Google, dass der Eintrag stimmen muss. Es geht im Grunde um “Empfehlungen” anderer renomierter Seiten wie z.B.

  • gelbe seiten
  • das oertliche
  • branchenbuch.de
  • telefonbuch.de
  • 11880.de
  • klicktel
  • und weitere

Sinnvoll ist immer auch ein Eintrag im Branchenbuch der Stadt. In der Regel bietet jede Kommune ein solches Onlineportal (oder mal bei der IHK fragen) an, in das Ihr euch eintragen könnt. Unbedingt nutzen.

 

OnSite Optimierung

Die OnSite Optimierung ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Places Optimierung.

  • Findet Google alle Informationen des Places Eintrags auch auf der Website wieder?
  • Stimmen die Daten im Impressum mit den Angaben bei Google überein?
  • Enthält der Titel der Website die Branche und den Ort?
  • Enthält der Content die Branche und den Ort?

Außerdem ist es sehr nützlich, Kontaktdaten in Microformaten anzubieten. Wie das funktioniert wird unter microformats.org erklärt.  In jedem Fall kann eine gute OnSite Optimierung wichtig sein und ist einer der “harten” Faktoren. Hinterlegt die sogenannten GEO Tags im Quellcode eurer Seite (GEO TAGS könnt Ihr hier erstellen), dies kann dienlich bei der Lokalisierung eurer Website sein. Eine KML Datei für Google Earth kann nicht nicht schaden, ob es aber einen Einfluss aufs Ranking hat, kann ich nicht sagen.

 

Pagerank

Oft verpöhnt und doch so wichtig. Schaut man sich zu verschiedenen Suchen die Places Einträge an, kann man leicht zu dem Schluss kommen, dass der Pagerank einen Einfluss auf die Position hat. Dies soll den Pagerank aber nicht wichtiger darstellen, als er ist. Der PR ist auch hier nur einer von vielen Faktoren.

 

Rich Snippets

Hierbei handelt es sich um Zusatzinformationen im Quelltext, die ein Suchergebnis um z.B. Aktionen oder Bewertungen ergänzen. Diese können normale Ergebnisse prominenter darstellen und zu höheren Klickraten führen. Viele wichtige Infos zu diesem Thema erhaltet Ihr in diesem Video:

Google Dienste

In einigen Fällen kann es sich lohnen, für Bilder und Videos Dienste von Google zu nutzen. Ladet Bilder bei panoramio.com hoch und verlinkt diese dann im Places Profil. Gleiches gilt für ein Unternehmensprofil bei Google+. Ganze frische Infos zu Google+ Places erfahrt ihr im offiziellen Google Blog.

“Je mehr Daten Google zu einem bestimmten Ort oder Unternehmen aus so vielen unterschiedlichen Quellen wie möglich erhält, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer guten Position”

Verwendet Picasa, um die dort hochgeladenen Bilder bei Google Earth zu taggen. Wie das geht, seht ihr hier:

 

Geographische Nachbarn

Habt Ihr Kunden oder Freunde oder Bekannte, die bei Google Places in Eurer Stadt (gut) gelistet sind? Wenn ja, versucht einen Link von deren Webseiten zu bekommen. Es gibt “Gerüchte”, dass diese geographishen Nachbarn und ein Link von diesen Websites ein weiterer Pluspunkt beim Ranking sein kann ;)

 

Organische Suche

Gutes organisches Ergebnis gleich gutes Places Listing? Leider nein. Aber seitdem Google hybride Ergebnisse, also eine Mischung aus organischen und Places Ergebnissen, anzeigt, ist natürlich klar, dass das organische Ranking aktiv mit einfließt. Dies bedeutet, dass Ihr neben euren Bemühungen bei Places nach oben zu kommen, nun auch das normale Ranking mit bedenken müsst. Wer die SERP zu seinen Keywords einmal ohne Places Einträge erleben möchte, nutzt einfach die t-online Suche. Diese basiert auf Google Daten, spuckt aber nur die organischen Ergebnisse aus, ohne jeden Schnickschnack. Oft sehr angenehm. Bis auf die (bis zu SIEBEN) AdWords Anzeigen.

Die Berechnung erfolgt also aus dem Zusammenspiel der organischen Faktoren und den Places Einträgen. Nur wer in beiden Bereichen gute Arbeit abliefert, spielt vorne mit.

 

Social

Bis vor kurzem haben externe Bewertungen eine große Rolle für das Places Ranking gespielt.  Seit Mitte 2011 hat sich dies nun drastisch geändert (The Ongoing Evolution of Place Pages). So sind mit einem Schlag alle Bewertung von Drittanbietern aus den Ergebnissen verschwunden. Man hört allerdings vermehrt, dass soziale Signale gerade aus Google+ dies nun ersetzen soll. Ich kann dies weder bestätigen noch bestreiten. Aus Sicht von Google würde es Sinn machen und die Unabhängig von Dritten weiter stärken. Ob andere Netzwerke oder gar bestehende Bewertungen weiter mit in das Ranking mit einfließen ist ungewiss. Das Thema bleibt spannend.

In jedem Fall lohnt sich der Blick Richtung Facebook, wenn es um Lokale Suche im Allgemeinen geht. Da mir das Thema aber zu groß und müßig an dieser Stelle ist und ich einen guten Beitrag verlinken kann, werde ich es einfach tun. Hier sind die 10 Facebook Tipps von Thomas Hutter.

 

Bewertungen

Je nach Firmenart und Branche, kann man nach erfolgreichem Geschäftsabschluss darum bitten, eine Bewertung bei Google Places zu hinterlassen. Wenn derjenige dazu noch einen passenden Link in einer E-Mail bekommt, damit er den Eintrag nicht erst suchen muss  und einen Gutschein für das “nächste mal” erhält, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, ein positives Feedback zu bekommen. Gerade so ein Gutschein oder ein anderes kleines Geschenk wirken Wunder. Lasst diese Gelegenheit nicht ungenutzt. Ein +1 vom ein oder anderen Kunden kann auch nicht schaden, aber man erfragt am Besten nicht beides auf einmal, sondern mischt es zufällig durch.

Grundsätzlich kann man in vielen Portalen eine Bewertung hinterlassen, wie z.B.:

  • Qype.com
  • KennstDuEinen.de
  • Tupalo.com
  • Pointoo.de
  • Ab-in-den-urlaub.de
  • Activehotels.de
  • Tvtrip.de
  • Restaurant-kritik.de
  • Schlummer-atlas.de
  • Belocal.de

 

Google Map Maker

Google Map Maker

Google Map Maker

Mit dem Google Map Maker ist es möglich bestehende Einträge zu editieren oder zu erstellen. Leider kommt beim Suchen nach Orten in Deutschland momentan noch folgende Meldung:

“Sorry, Map Maker is not yet available in Deutschland. Click here for details.”

Mal sehen, wie es in ein paar Wochen aussieht und welche Möglichkeiten der Optimierung und der Manipulation sich daraus noch ergeben werden ;) Hier ein kleiner Einblick in die Möglichkeiten:

Google Places App

seit einiger Zeit gibt es im iTunes App Store die Google Places App mit der man, ist man eingeloggt und gibt seinen Standort preis, sehr bequem und einfach Ort finden und auch bewerten kann. Sucht man z.B. eine TYPO3 Agentur in seiner Nähe, wird man sehr schnell fündig. In meinem Fall wurde sogar das “richtige” Ergebnis angezeigt ;)

Google Maps App

Google Maps App

Interessant ist, wie schnell die Bewertungen der App in den Google Datenbestand einfließen, nämlich in Echtzeit (So sollte es sein :). So wird es in Zukunft sicher noch viele Bewertungen aus der App heraus geben. Grund genug also, um sich seinen Eintrag mal auf dem Smartphone anzusehen und ggfs. dafür optisch anzupassen.


Whitespark

Die Website www.whitespark.ca, insbesondere der Whitesparks Local Citation Finder hilft beim Finden von relevanten Eintragungsmöglichkeiten. Hierbei wird (ich kann es natürlich nicht exakt wissen) analysiert, welche Webseiten einer Branche “Citations” aufweisen und diese aggregiert ausgegeben. Hieraus ergibt sich eine transparente Übersicht der Marktbegleiter und deren Link oder Bewertungsquellen.


Mehr zum Thema gibts im Blog von Optilocal. Mein Ergebnis mit kostenlosem Zugang sieht dann so aus (Wer einen PRO_Zugang hat, darf gerne kommentieren):

Screenshot Whitespark

Screenshot Whitespark Ergebnisse

Ich glaube, dass das Tool mächtig Potential hat. Ich werde es in den nächsten Wochen mal genauer ansehen und dann darüber berichten.

 

Adwords und Google Places

Wem alle oben genannten Informationen nicht helfen oder zu mühsam sind, der kann diese Möglichkeit nutzen. Hierfür sollte es sowohl ein Places Eintrag, als auch ein AdWords Konto vorhanden sein. Befindet man sich nun in seiner AdWords Kampagne kann man dort eine Stadorterweiterung hinzufügen und an dieser Stelle sein Places Konto verknüpfen. Alternativ gibts natürlich die Möglichkeit seine Adresse auch von Hand einzutragen. Die Marker in der MAP erscheinen bei diesen Anzeigen allerdings nicht mehr rot, sondern blau. Zum Glück, denn ich weiß schon ganz gerne, wer sich Mühe gemacht und wer nur bezahlt hat ;)

 

Soviel erstmal von mir zu diesem Thema. Ich werde an dieser Stelle immer wieder Updates veröffentlichen und euch auf dem Laufenden halten. Wer damit noch nicht zufrieden ist, hier sind zwei sehr gute englische Blogs zum Thema Lokale Suchmaschinenoptimierung:

Achja: Kommentare lese ich immer gerne ;)

Google Places Optimierung
2 Stimmen, 5.00 durchschnittliche Bewertung (94% Ergebnis)

Autor: Tobias

Ich bin Geschäftsführer Online Marketing der agentur überblick aus Bielefeld und beschäftige mich seit nun über 9 Jahren mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing. SEO ist für mich mehr als wirtschaftliches Interesse, sondern ein Wettkampf, der jeden Tag aufs neue spannend und herausfordernd ist. Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle gerne mein Wissen und das von vielen anderen teilen.

7 Kommentare

  1. Hallo!
    Qype bietet ein Widget für die Einbindung in meiner Homepage an.
    Von “Places” habe ich das noch nicht gefunden.
    Gibt es da was?

  2. Google filtert das selber gut. Oftmals ist nicht viel nötig. Ansonsten hilft dein guter Artikel sicher weiter.

  3. Wirklich spannend und umfangreich. Einige der Tipps konnte ich schon erfolgreich umsetzen, andere kommen noch. Weiter so.

  4. Danke Karsten!
    Link ist korrigiert :)

  5. Super Artikel, vielen Dank für die Mühe. Die richtige Adresse für Whitespark lautet aber whitespark.ca und nicht whitespark.com.

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