Tobias Dohmann

Suchmaschinenoptimierung aus Bielefeld

Ein Denkanstoss für den Linkaufbau

| 1 Kommentar

Die Psychologie des Überzeugens

Dieses Buch habe ich mir vor ein paar Wochen gekauft. Ich muss gestehen, ich weiß gar nicht mehr warum, aber: Ich habe viel gelernt. Für mich, aber im Speziellen eben auch für das Linkbuilding, der Königsdisziplin im SEO.

Linkbuilding

Ich fange mal etwas weiter vorne an:

Irgendwann kommt jeder, der eine Website bei Google nach vorne bringen will, an den Punkt:

“Ich brauche Links”

Die übliche Herangehensweise ist die: Man fängt an kostenlose Backlinks abzugrasen. So füllt man Artikelverzeichnisse, Webkataloge, Social Bookmarking Dienste, spammt mehr oder weniger in Blogs herum und setzt Links in Foren Profilen. Dies tut man tagtäglich bis zu dem Tag, an dem man merkt, dass das alles nicht wirklich etwas bringt. Verdammt noch mal, diese Ungeduld. Also sucht man, erfragt in Foren zum 3.256ten mal woher denn die anderen ihren guten Links haben und wie deren Linkstrategien aussehen. Doch erfahren tut man nicht wirklich etwas.

Bis auf folgendes:

Links kaufen, Links tauschen, Links mieten, Presell Pages, ein eigenes Netzwerk. Linkwheels, Pyramiden, gespinnte Texte, etc. pp. Die logische Konsequenz ist, dass die meisten nun anfangen, sich neue Domains, natürlich mit unterschiedlichen IP C Klassen zu registrieren und diese mit WordPress vollzustopfen, Keys zum Hauptprojekt verlinken, Texte spinnen und RSS Feeds zu bedienen und das ganze mit Facebook und Twitter zu verknüpfen. Und und und. Manche versuchen Blue Hat, andere Grey Hat SEO, wieder andere greifen tief in die schwarze Kiste. Scrapebox wird gekauft und unzählige Blogs und Foren werden tausendfach im Minutentakt und vollautomatisiert vollgemüllt.

So weit so gut, doch: die Wirkung ist in der Regel überschaubar. Was fehlt ist ein guter natürlicher Linkmix. Was fehlt sind Links, die einen wirklich nach vorne bringen. PR hinoder her. Linktexte hin oder her.

Reziprozität

Wer Links haben möchte, der muss zuerst einmal abliefern! Wer etwas möchte, muss geben. Und zwar (ich bringe es mal sachlich auf den Punkt) keinen Scheiß! Manchmal gibt man vielleicht auch ohne etwas zu bekommen, aber die Regel ist eine andere. Wer gibt, ohne dass er vorher darum gebeten wurde, erhält (fast immer) etwas zurück.

Die Regel der Reziprozität lautet im Kern wie folgt: (Fast)Alle einer Gesellschaft angehörenden Menschen sind gewillt, einem anderen etwas zurückzugeben, wenn dieser etwas erhalten hat. Dies funktioniert eben auch, wenn dies ohne das vorherige Einverständnis geschehen ist. Die sogenannte Compliance ist stärker als die Sympathie der gebenden Person. Anders gesagt: bekomme ich etwas geschenkt, entsteht unabhängig von der Sympathie in uns der Wunsch, diese Schuld schnellstmöglich zu begleichen. Auf das Linkbuilding bezogen bedeutet dies, dass der Wunsch nach einem Link bis zu drei mal seltener abgeschlagen wird.

 

Die Praxis

Wer nun anfangen möchte allen und jedem zu geben, sollte  einige Dinge beachten:

  • Je höher die Qualität der “Gabe”, desto höher die Qualität des zu erwartenden Links
  • “Gaben” können exklusive Informationen sein, dessen Inhalte anderen wirklich und tatsächlich helfen
  • “Gaben” können individuell an eine Person oder z.B. durch einen hilfreichen und informativen Artikel für eine kleine Gruppe von Menschen sein
  • Diese “Gaben” dürfen niemals den Eindruck vermitteln, dass sie nur dem Zweck eines Plans dienen, nämlich etwas zu bekommen
  • Je selbstloser eine Gabe, desto freiwilliger (in diesem Fall) ein Link
  • Etwas selbstlos zu geben, bedeutet aber eben auch, dass die Möglichkeit besteht, nichts zu bekommen. Damit muss man leben.
  • Man muss es gerne tun. Wer jemanden sympathisch findet, dem kann man auch geben, ohne etwas zu erwarten.
  • Je geringer die Erwartungshaltung, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer “Gabe”

Zum einen ist dies ein entgegengesetzter Weg, den ich für den richtigen halte. Suchmaschinenoptimierer beherrschen in der Regel das 1×1 der “Technik”, vergessen aber, dass sie oft mit Menschen zu tun haben. Die Fähigkeit mit Menschen zu kommunizieren ist bei vielen leider völlig verkümmert. Oder man fühlt sich nach dem Lesen eines Linktauschangebots oft dermaßen verarscht, dass man sich wirklich fragt, ob der Absender einen einfach nur für dämlich hält.

Dies schadet dem Ruf der Suchmaschinenoptimierung insgesamt, der Person im Speziellen und das Resultat dürfte bei Anfragen dieser Art auch eher bescheiden ausfallen. Es sei denn, er trifft auf ein ähnliches Kaliber.

Zum anderen beschreitet Google seit langem diesen Weg und forciert diesen. Alle Updates der vergangenen Zeit beziehen sich auf die Reziprozität. Derjenige, der Nutzern sinnvolle hilfreiche Informationen bietet (etwas gibt) der erhält dies in der Regel mit einer guten Platzierung zurück. Links, die ohne großen Aufwand zu bekommen sind, haben kaum einen Wert, da Google dies sehr leicht erkennen kann.

“Je größer die Hürde, einen Link von einer Seite zu bekommen, desto größer ist der Wert dieses Links”

Wie groß diese Hürde bei AV, WK, SB und ähnlichen Diensten ist, wisst Ihr selbst. Den Wert kennt Ihr auch. Wer einen richtig guten Link möchte, muss einfach mal geben. Versucht es mal….

Das Buch gibts hier, aber sicher auch wonaders.

Ein Denkanstoss für den Linkaufbau
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Autor: Tobias

Ich beschäftige mich seit nun über 10 Jahren mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing. SEO ist für mich mehr als wirtschaftliches Interesse, sondern ein Wettkampf, der jeden Tag aufs neue spannend und herausfordernd ist. Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle gerne mein Wissen und das von vielen anderen teilen.

Ein Kommentar

  1. Ein sehr schöner Artikel, welcher wiedereinmal beweist, das Geben in der Regel seliger ist denn Nehmen ist. Dies war meines Erachtens früher eigentlich immer so – also im Netz – warum also nicht auch jetzt?! Die Ableitung aus dem angesprochenen Buch finde ich gut. ;) Gefällt mir!

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